Altes Forstamt bei Hillesheim

Umbau eines „Trierer Einhauses“ von 1826
Bauzeit 11/2010 - 8/2012

Dieses Gebäude des Typs „Trierer Quereinhaus“ aus dem Jahre 1826 hatte viele Jahre leer gestanden und schien dem Verfall schon preisgegeben, als sich unsere ebenso mutigen wie phantasievollen Bauherren zu dessen Rettung entschlossen. Wir haben uns sehr über die Gelegenheit gefreut, anhand eines ländlichen Beispiels einen ganz anderen Umgang mit historischem Material erproben zu können als bei den städtischen Villen Kölns und Bonns.

Hinzu kam, dass der Wirtschaftsteil, bestehend aus Tenne und Stall, nicht in den eigentlichen Wohnbereich einbezogen werden musste und deshalb dort die üblichen gesetzlichen Anforderungen ignoriert werden konnten. Dieser Bereich ist ein besonderer Ort geworden, der schon mehrere große Feste erlebt hat und der in der kalten Jahreszeit durch einen kräftigen Ofen beheizt werden kann.

Im Wohnungsteil wurde das Dach ausgebaut und das alte Tragwerk mit ein paar Kniffen erhalten. Sämtliche Türen und Treppen wurden sorgfältig restauriert, die Fenster erneuert und durch Innenschlagläden ergänzt. Für die Bäder wurden „fliesenfreie“ Lösungen gefunden mit Holzkassettierungen, die tiefen Fensternischen erhielten übrig gebliebene Eichenbohlen. Alle Original-Beschläge wurden bewahrt bzw. nachgefertigt und die Holzteile, wo nicht naturbelassen, mit Farben des englischen Herstellers Farrow&Ball gestrichen.

Die raue Landschaft der Eifel hat uns inspiriert, bei diesem Projekt alles „Domestizierte“ wo immer möglich in den Hintergrund zu rücken und durch „archaische“ Lösungen zu ersetzen.

Sämtliche Bruchstein- und Putzoberflächen wurden nur gereinigt; die in ihrer Standsicherheit bedrohte westliche Dachhälfte wurde oberseitig stabilisiert, um die malerische Wirkung der alten ungesäumten Schalbretter und Balken zu erhalten.

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